Rebekka Groß, Valesca Baert-Knoll: Die PharisäerdarstellungEN in den Evangelien. Ein neuralgischer Punkt für religiöse Bildung

Hauptsächlicher Artikelinhalt

Valesca Baert-Knoll Rebekka Groß

Abstract

Der Religionsunterricht transportiert vielerorts
immer noch antisemitische Vorurteile oder
Stereotype, wie Julia Spichal 2015 in ihrer Dissertation
zu Vorurteilen gegen Juden im christlichen
Religionsunterricht festgestellt hat. Eines dieser
antijudaistischen Stereotype im Religionsunterricht
ist die Darstellung der jüdischen Gruppierung
der Pharisäer. Wie Spichal aufzeigt, werden
die Pharisäer immer noch häufig als Repräsentanten
des gesamten damaligen Judentums präsentiert,
die Jesu Tod verursacht oder zumindest dazu beigetragen
hätten. Außerdem werde ihre strikte
Torah-Observanz als »lebensfeindlich« dargestellt
und als Kontrastfolie für eine lebensbejahende
Gesetzesauslegung bzw. teilweise sogar Gesetzesabschaffung
Jesu benutzt.3 Diese Darstellung markiert
eine bleibende Herausforderung für die Religionspädagogik,
da sie weder der historischen Wirklichkeit
entspricht noch dem Befund der Evangelien
gerecht wird.

Artikel-Details

Rubrik
Freie thematische Beiträge