In der aktuellen Ausgabe - Emmanuel Levinas. Ein epochaler Impulsgeber für Theologie, Philosophie und Kulturwissenschaften - werden die Leser:innen mit hineingenommen, dass ethisch-philosophische Denken und Leben des bedeutenden jüdischen Philosophen des 20. Jhd. Emmanuel Levinas fragmentarisch auf der Spur zu folgen. Die Beziehung zum fundamental "Anderen" zu erproben, die das eigene Sein stört, aber als sinnstiftend (kohärent) in der Sorge für ihn/sie erfahrbar wird und damit konstitutiv befreit sein muss von jeglichen Machtansprüchen bzw. niemals intensional gedacht werden kann. Diese Begegnung mit dem "Antlitz", lässt den "Anderen" als immer unverfügbares, immer unendliches in seiner Würde, ja immer absolut un(be)-"greifbares" nur kairologisch erscheinen. Diese Andersheit bleibt hinter dem Bild, das der/ die Beobachter:in macht, unsichtbar. All jene Dynamiken drängen das eigene Sein zum ethischen Handeln und zur ganzheitlichen Übernahme von Verantwortung. Das bleibende Lebensprojekt Levinas, die Phänomenologie als pathway in die jüdische Ethik zu verstehen, erhebt Universalitätsansprüche, die auch heute für eine gelebte Menschlichkeit im Humanismus des anderen Menschen ermutigen.

Die vorliegende Ausgabe widmet sich einem ganz und gar nicht einfachen Thema, nämlich der neuerlichen Bearbeitung des epoche-machenden philosophischen Ansatzes von Emmanuel Levinas. In seinem Gesamtwerk wird das Gegenteil von ›einfachen Antworten‹ erkennbar, weil es um das höchste Gut geht, das es im Schatten der Schoah zu verteidigen gilt: die menschliche Würde, die sich im Antlitz des anderen Menschen auf geheimnisvolle Weise zeigt.

Veröffentlicht: 2021-01-17

Aktuelle Notizen

Christoph Münz

S. 305-308.

Impressum | Heftbezug | Abonnement

Verantwortliche Schriftleitung

S. 325-328.