Emmanuel Levinas. Ein epochaler Impulsgeber für Theologie, Philosophie und Kulturwissenschaften

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René Dausner

Abstract

Emmanuel Levinas gilt zu Recht als ein Denker,
der einen neuen Ton in die Philosophie eingetragen
hat, der »ebenso befremdlich wie anziehend
« wirkt.7 Und das hat seinen Grund. Levinas
ist nicht nur ein Philosoph der Alterität und der Diversität, für den der/die Andere den Ausgangspunkt
des Denkens bestimmt, sondern Levinas ist
zugleich ein Denker, der anders denkt und schreibt
als andere: »Oft scheint er selbst überrascht von
den Wegen, die sein Denken findet«, hat Werner
Stegmaier konstatiert und unmittelbar ergänzt:
»Dennoch geht sein Denken in strenger Folgerichtigkeit
voran, Argument für Argument, völlig
nüchtern, ohne jeden Appell an Gefühle, manchmal,
trotz oder wegen seines Ernstes, mit einem
Anflug von Selbstironie. Es kommt zu schlüssigen,
nachvollziehbaren Ergebnissen.«8
Gerade diese Strenge des Denkens, die Tiefgründigkeit
und die Ernsthaftigkeit der Überlegungen
machen die Attraktivität und die Qualität,
zugleich aber auch die Komplexität seines umfangreichen
OEuvres aus.

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