Rezension zu: Scholem, Gershom (2019): Poetica. Schriften zur Literatur, Übersetzungen, Gedichte, Berlin: Jüdischer Verlag im Suhrkamp-Verlag.

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Bernd Feininger

Abstract

Die Ausgabe wurde am Leibniz-Zentrum für Literatur-
und Kulturforschung Berlin (ZfL) unter der Leitung
seiner langjährigen Direktorin Sigrid Weigel erarbeitet.
Sie gibt im Vorwort Hinweise auf die komplizierte Editionsgeschichte
(S. 24f). Die Texte sind äußerst sorgfältig
ediert, mit den notwendigen Überlieferungshinweisen
versehen und fachlich-judaistisch kommentiert, was
die Übersetzung hebräischer Begriffe miteinschließt
(vgl. dazu »Zur Edition« S. 760 –762). Neben einer Bibliografie
schließt der Band mit einem nützlichen Glossar
und einem Personenverzeichnis. [...]


Mit diesem Band ist die (Wieder-) Entdeckung des
»literarischen Scholem«, die sich seit 1992 (Berliner
Tagung) und 1996 (Potsdam zum 100. Geburtstag
Scholems) abzeichnete und durch die Veröffentlichung
seiner Tagebücher (1995 und 2000) beschleunigt wurde,
definitiv gelungen und zugänglich. 44 der insgesamt
119 aufgenommenen Texte sind hier erstmals publiziert:
Entwürfe, Notate, Fragmente, aber auch vollständige
Aufsätze und Übersetzungen.
Nach einer Hinführung Der literarische Scholem
(S. 11– 25) ist der Band in sechs große Abschnitte gegliedert,
diese werden jeweils kenntnisreich eingeleitet:
I. Klage und Klagelieder (S. 27–129)
II. Übersetzungen religiöser Texte (S. 131– 206)
III. Sprach- und Übersetzungstheoretisches
(S. 208 – 311)
IV. Chaim Nachman Bialik und Samuel Josef Agnon
a) Übersetzungen (S. 313 – 414)
b) Kritiken (S. 415 – 521)
V. Literatur und Kritik (S. 523 – 646)
VI. Gedichte von 1914 bis 1974 (S. 648 –759)

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