Ausgabe: 01-02/2020

Vernetzte Erinnerung als Begegnungsort der Postmoderne: Der Titel dieser Ausgabe - Erinnerungskultur im Wandel - weist auf diversitätsaffine Vernetzungen hin, die von zwei Agnens maßgeblich mitgestaltet werden. Mitverwoben in kulturelle und gesellschaftliche Transformationaprozesse zeigt sich Erinnerungskultur als ein dynamisches, mehrdimensionales und sich stetig mit den Herausforderungen der neu Re-Kontextualisierung konfrontiertem Phänomen. Dies umfasst auch, dass eine Pluralisierung der Ausgestaltungsmöchglichkeiten von Erinnerungskultur stattfindet, insbesondere kreative Framings aus den digitalen Medien bieten neue und vielversprechende Möglichkeiten, die zu einer "Neuvernetzung" der Erinnerungskultur - und eines jeden Gedächtnisses - beitragen können.

»Die deutsche Erinnerungskultur erlebt gerade einen Umbruch«, schreibt die Kulturwissenschaftlerin und Gedächtnisforscherin Aleida Assmann im Jahr 2020. Neben dem bereits häufig thematisierten Forschungsfeld des Übergangs von der Zeitzeugen-Generation zur Adressaten-Generation zeigt sich Erinnerungskultur als ein mehrdimensionales Phänomen. Bedingt durch kulturelle und gesellschaftliche Transformationsprozesse ist die Erinnerungskultur im stetigen Wandel und muss als dynamisch aufgefasst werden. Dies umfasst auch, dass eine Pluralisierung der Ausgestaltungsmöglichkeiten von Erinnerungskultur stattfindet, insbesondere die digitalen Medien bieten dazu neue und vielversprechende Möglichkeiten. So können neben dem gemeinsamen Erinnern an Gedenktagen, Orten und Anlässen, welche vor allem von Präsenz und persönlicher Begegnung leben, nicht präsenzbasierte und individuelle Formen von Erinnerungskultur gefördert werden. Die Nutzung digitaler Medien soll keine Revision oder Ablösung klassischer Erinnerungsformen bedeuten, stattdessen soll diese an gezielten und sinnvollen Punkten ergänzt und bereichert werden.

Veröffentlicht: 2020-02-01

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