Wie aus dem Betrüger Jakob Israel ›ein Gottesstreiter‹ wird. Einige Bemerkungen zu Gen 32,23-32 3

Autor/innen

  • Wilhelm Schwendemann

DOI:

https://doi.org/10.25786/cjbk.v0i01.520

Abstract

Hinführung
Die uns im Buch Bereschit (= Genesis) in Kap.
32 überlieferte Geschichte von Jakobs Kampf mit
einem Unbekannten am ostjordanischen Fluss
Jabbok ist geheimnisvoll und rätselhaft, wirft aber
zugleich ein Licht auf menschliche Akteur_innen
und den biblischen Gott, weil auch diese biblische
Geschichte in den Reigen sogenannter Führungsgeschichten
gehört. Den in den Kapiteln zuvor
erzählten Bruderkonflikt im Hintergrund nehmen
alle Exe-get_innen wahr und auch die Unheimlichkeit
der erzählten Atmosphäre. Raschi und
Benno Jacob identifizieren den Angreifer sozusagen
mit einem Engel4 bzw. Engelfürsten oder Engelfürsten
von Esau5 oder modern-tiefenpsychologisch
gesprochen mit dem (eigenen) Schatten,
was auch Maimonides6 vermutet. Die Geschichte,
die erzählt wird, ist jedoch keine Traumgeschichte,
vor allem weil Jakob am Morgen nach
dem Kampf auf Leben und Tod eine Verletzung
an der Hüfte7 hat und für sein Leben hinkt.
Aufbau der Erzählung
Claus Westermann8 sieht die Erzählung insgesamt
als einheitlich, wobei V 28.29 und 33 als
schwierig gelten, was zur Annahme eines späteren
Zusatzes verleitet; VV 23-24 sind eine Itinerarangabe
und stellen gleichzeitig die Exposition der
Gesamterzählung dar. Im Unterschied zur Erzählung
in Gen 28, 10-22 wird jedoch kein Steinmal
errichtet, sodass die Gattung der Erzählung nicht
als Kult-, sondern als Ortssage (des Flusses Jabbok)
zu charakterisieren wäre.

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Veröffentlicht

2021-01-22

Ausgabe

Rubrik

Jüdisch-christliche Bibellektüre