Im Jahr 2021 leben seit 1700 Jahren nachweislich Jüdinnen und Juden auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands. Ein Dekret Kaiser Konstantins vom 11. Dezember 321 gilt als ältester Beleg jüdischen Lebens nördlich der Alpen und ist Zeugnis der mehr als 1700 Jahre alten jüdischen Geschichte in Europa und Deutschland. Das Dekret regelte, dass Juden städtische Ämter in der Kurie, der Stadtverwaltung Kölns übernehmen durften. Eine frühmittelalterliche Handschrift dieses Dokumentsi st heute im Vatikan archiviert. Das Dekret und weitere 57 Objekte werden in Wort und Bild auf der Homepage des Shared History Projects vorgestellt. Sie sind eingebunden in eine umfassende Chronologie jüdischen Lebens im deutschsprachigen Raum. Initiiert wurde die Webseite und die virtuelle Ausstellung vom Leo Baeck Institute (New York/Berlin).   https://sharedhistoryproject.org

Bundesweit werden zu diesem Festjahr rund tausend Veranstaltungen ausgerichtet. Dazu gehören Konzerte und Musik, Ausstellungen, zahlreiche digitale Projekte wie Podcasts und Video-Projekte sowie Theaterstücke und vieles mehr. Informationen zu den verschiedenen Veranstaltungen finden Sie auf der Webseite zum Festjahr:  https://2021jlid.de.
So sollen möglichst viele Menschen erreicht werden, um ihnen einen Einblick in die deutschjüdische Geschichte und vor allem auch in den Alltag jüdischer Menschen in Deutschland zu geben. Ziel des Festjahres ist, viele Facetten gegenwärtigen jüdischen Lebens und Glaubens sicht und erlebbar zu machen, indem Begegnungsräume eröffnet und Gespräche initiiert werden – und somit ein Zeichen der Gemeinschaft und Verbundenheit gegen den wieder erstarkenden Antisemitismus in Deutschland zu setzen. Auch wir möchten mit der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift für christlich-jüdische Begegnung
im Kontext einen Beitrag zu diesem besonderen Festjahr leisten und widmen sie dem Thema »1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland«.

Veröffentlicht: 2021-09-22

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